Autor: Robert Bućan

Wie man die Erstellung von Artworks für Verpackungen am besten beauftragt und vergütet, ist eine der zentralen Fragen im Designprozess. Auftraggeber möchten die besten Ergebnisse bei möglichst planbaren und günstigen Kosten erhalten, während Anbieter eine faire Bezahlung und ausreichend Gewinn erzielen möchten. Grundsätzlich gibt es zwei Modelle: Bezahlung nach Dienstvertrag oder nach Werkvertrag: also die Abrechnung nach Zeitaufwand oder per Stück. Beide Modelle haben ihre Vor- und Nachteile, und es ist wichtig, den richtigen Ansatz zu finden, der sowohl die Qualität als auch die Effizienz gewährleistet.

Skalierbares Verpackungsdesign

In diesem Blogartikel werfen wir einen Blick auf die Unterschiede zwischen beiden Modellen und wie Standardisierungen und Skalierbarkeit helfen können, die Erstellung von Artworks effizienter und profitabler für beide Seiten zu gestalten.

Das Problem: Zeitaufwand, Unklarheiten und mangelnde Planbarkeit

Die Wahl zwischen der Abrechnung nach Zeitaufwand und der Abrechnung per Stück hängt oft von der Komplexität der Aufgabe und den spezifischen Anforderungen des Projekts ab. Die Abrechnung nach Zeitaufwand ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Design flexibel und individuell angepasst werden muss. Jedoch kann dieses Modell schwer kalkulierbar und für beide Seiten schwierig zu planen sein. Es erfordert viel Vertrauen zwischen Auftraggeber und Anbieter, da der genaue Zeitaufwand oft schwer abzuschätzen ist.

In der Praxis bedeutet dies, dass Designaufträge schnell aus dem Ruder laufen können, wenn unvorhergesehene Änderungen auftreten oder sich der Arbeitsaufwand anders entwickelt als ursprünglich gedacht. Beide Parteien sollten hier frühzeitig geklärt haben, ab wann man über einen Mehraufwand spricht.

Andererseits kann die Abrechnung per Stück, also ein fester Preis pro Artwork, eine klare und planbare Lösung bieten – jedoch nur, wenn klare Designrichtlinien und Standardisierungen existieren. Wenn die Regeln und Vorgaben unklar oder nicht einheitlich sind, können Fehler entstehen, die unnötig viel Zeit und Aufwand kosten. Dies führt zu einer höheren Zahl an Korrekturschleifen und einer weniger effizienten Produktion.Sollen 100(0) Artworks für zahlreiche Artikel im identischen Design und mit sehr unterschiedlichen Formaten erstellt werden, können die Kosten bei einem Dienstvertrag sehr schnell sehr unüberschaubar und sehr schwer kalkulierbar werden. 

Die Lösung: Standardisierung und Skalierbarkeit für effiziente Artworks

Um die Erstellung von 100(0) Artworks sowohl nach Zeitaufwand als auch per Stück profitabel und effizient zu gestalten, ist es hilfreich, eine skalierbares Designsystem und maximale Standardisierung einzuführen. Diese ermöglichen es, den Designprozess zu vereinfachen, Zeit zu sparen und die Qualität zu sichern.

  1. Definition klarer Designrichtlinien und Standards: Je mehr Standards im Designprozess definiert werden, desto weniger Interpretationsspielraum gibt. Dies reduziert Missverständnisse und Fehler und sorgt dafür, dass Artworks schneller erstellt werden können. Potentieller Mehraufwand kann für beide Seiten schnell und transparent identifiziert werden.
  2. Systematik als Grundlage für schnelle Erstellung: Eine Systematik legt fest, welche Elemente wie auf der Verpackung platziert werden. Korrekturschleifen können messbar reduziert und vermieden werden. Insbesondere bei großen Produktportfolios, die mehrere Varianten und Formate umfassen, hilft eine systematische Vorgehensweise, die Arbeit zu standardisieren und effizient zu gestalten.
  3. Skalierbarkeit bei großen Portfolios: Bei Portfolios mit hunderten oder tausenden SKUs (Stock Keeping Units) bietet ein skalierbares Designsystem eine enorme Zeitersparnis. Mit einem skalierbaren Ansatz können Artworks schnell auf tausende von Formaten angewendet werden, ohne dass das Design jedes Mal von Grund auf neu erstellt werden muss. Einfache Tools, wie Vorlagen, ermöglichen es Designern, Stanzkonturen mit Branding und Inhalten zu befüllen, was den gesamten Prozess erheblich beschleunigt.
  4. Mehr Motivation bei repetitiver Arbeit: Das Arbeiten mit klar definierten Standards und Systematiken macht die wiederholte Erstellung von Artworks weniger monoton und langweilig. Die Konzentration bleibt länger erhalten und Flüchtigkeitsfehler können stark reduziert werden. Das Erlernen neuer, effektiverer Routinen beschleunigt die Erstellung von Artworks zusätzlich.

Fazit

Die Abrechnung von Artworks nach Zeitaufwand oder pro Stück ist nur dann für beide Seiten erfolgreich, wenn klare Designrichtlinien und eine systematische Vorgehensweise vorhanden sind. Skalierbares Design bietet eine Lösung, die sowohl für Auftraggeber als auch für Kreative vorteilhaft ist. Durch die Einführung von Standards und einer gut strukturierten Systematik können Designaufträge effizienter und schneller abgewickelt werden, Fehler und Korrekturschleifen reduziert und die Qualität der Artworks gesichert werden.